Seminar zum Arbeitsschutz in besonderem Ambiente

Anfang November hielt der Ärztliche Leiter der Arbeitsmedizinischen Zentren, Dr. Thomas Hingerl, in einem ganz besonderen Ambiente einen Vortrag über Arbeitsmedizin in Unternehmen - dem Tierpark in Nordhorn. An drei Tagen erhielten über dreißig Teilnehmer, die aus über zwanzig verschiedenen tiergärtnerischen Einrichtungen aus ganz Deutschland anreisten, wertvolle Informationen zum Thema Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit.

An Zoos und Tierparks wird eine Fülle von Anforderungen hinsichtlich einer artgerechten Tierhaltung gestellt. Andererseits sollen die Tiere für den Besucher attraktiv präsentiert werden. Die Mitarbeiter müssen auch unter diesen Umständen in die Lage versetzt werden, alle anfallenden Arbeiten sicher und gesund durchführen zu können.

„Das Thema Sicherheit steht mit all seinen Facetten täglich auf unserer Tagesordnung“, sagt Dr. Nils Kramer, Geschäftsführer des Tierparks. „Unsere Mitarbeiter leisten gute Arbeit und haben viel Verantwortung, insbesondere im Umgang mit den Tieren! Dies gilt es mit einer guten Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu stärken und zu unterstützen!“

Zusammen mit dem Arbeitssicherheitsexperten Eduard Stirnberg und dem Ärztlichen Leiter der Arbeitsmedizinischen Zentren Nordwest (AMZ), Dr. Thomas Hingerl, wurde ein anspruchsvolles Programm erarbeitet.

„Der Auftrag der Arbeitsmedizin in der heutigen Zeit ist die Harmonisierung von Mensch und Arbeit in den Betrieben. Dies geht deutlich über den Anspruch des im Jahr 1973 eingeführten Arbeitssicherheitsgesetzes hinaus“, erklärte Hingerl den Seminarteilnehmern. Dazu gehöre auch, dass der Arbeitsmediziner den Betrieb und dessen Abläufe kenne. Nur so könne er gezielt Empfehlungen ableiten, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Durch Unterweisungen und Schulungen könnten Mitarbeiter für herrschende Gefahren sensibel gemacht werden. In einem Tierpark müssten Mitarbeiter beispielsweise über möglichen Impfschutz in infektionsgefährdeten Bereichen informiert oder über die aufmerksamkeitsbeeinträchtigende Wirkung von Medikamenten- oder Alkoholkonsum aufgeklärt werden. Dies könne im Umgang mit  gefährlichen Tieren lebensrettend sein.