Pneumokokken-Impfung für Schweißer sinnvoll

Mit Pneumokokken ist nicht zu spaßen: Die Bakterien können schwere Infektionen verursachen und beispielsweise Auslöser für Lungenentzündungen sein. Besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet. Für ältere Personen ab 60 Jahren gilt in Deutschland eine Standardimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt aber auch Impfungen für Risikogruppen, zu denen Angehörige bestimmter Berufssparten gehören. Gerade für Schweißer besteht hinsichtlich einer Pneumokokken-Erkrankung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko.

Der Grund: Beim Trennen von Metallen werden die Arbeiter Metallrauchen, Gasen, Dämpfen und Stäuben ausgesetzt, die verschiedene Chemikalien enthalten und beim Einatmen die Abwehrmechanismen der Lunge schwächen können. So hat eine Studie mit schwedischen Konstruktionsarbeitern gezeigt: Wer Metallrauch ausgesetzt ist, unterliegt im Vergleich zu anderen Menschen einem doppelt so hohen Risiko, an einer Lungenentzündung zu sterben – mit Blick auf eine Pneumokokken-Lungenentzündung ist es gar der sechsfache Wert.

Bei einem ansonsten intakten Immunsystem empfiehlt die STIKO daher für betroffene Arbeiter eine Impfung mit dem Stoff PPSV23. Diese sollte mit einem Mindestabstand von sechs Jahren wiederholt werden, solange die Person entsprechende berufliche Tätigkeiten ausführt. Zwar sind Arbeitgeber dieser Branche nach geltendem Recht nicht dazu verpflichtet, eine Impfung für Schweißer anzubieten, da diese kein Bestandteil der verbindlichen arbeitsmedizinischen Vorsorge ist. Gleichwohl sollte einem guten und fürsorglichen Arbeitgeber die Gesundheit seiner Arbeitnehmer am Herzen liegen – denn davon profitieren letztlich beide Seiten.