AMZ impfen mehr als 3.100 Beschäftigte lokaler Unternehmen

Bildunterschrift: Präsentierten dem Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann die Impfstrecke am AMZ-Standort im NINO-Hochbau in Nordhorn (v. l.): Marion Matthäus (Administrative Leiterin AMZ), Jutta Lübbert (Geschäftsführerin AMZ), Gülsen Hellbach (Ärztliche Lei-terin AMZ).

Die Corona-Impfkampagne geht mit großen Schritten voran: Mehr als 55 Prozent der Menschen in Niedersachsen sind bereits einmal geimpft worden, rund 35 Prozent schon zum zweiten Mal. Seit dem 7. Juni dürfen die Vakzine nunmehr ebenfalls durch Betriebsärzte verabreicht werden. Damit die Belegschaften der Firmen in der Grafschaft Bentheim und im Emsland möglichst zügig ihren Impfschutz erhalten, haben auch die Arbeitsmedizinischen Zentren Nordwest (AMZ) mit Sitz in Nordhorn und Lingen ein entsprechendes Angebot ge-schaffen. Bis zum 30. Juni konnten bereits gut 3100 Beschäftigte aus 127 Mitgliedsunter-nehmen ihre Erstdosis des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer erhalten. Keine leichte Aufgabe, wie die Verantwortlichen betonen. Davon hat sich jüngst auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann überzeugt.

„Anfangs herrschte ein großer Mangel an Impfstoff. Wir hätten noch wesentlich mehr impfen können. Inzwischen stellt sich ein Sättigungseffekt ein“, berichtet Gülsen Hellbach, Ärztliche Leiterin der AMZ. Von vornherein sei auch klar gewesen, dass externes Personal benötigt würde. 14 Honorarärzte und 21 weitere „impfbefähigte Personen“ habe man für den Einsatz gewinnen können. Bei der Vermittlung geeigneter Kräfte seien auch die Euregio-Klinik in Nordhorn und das Bonifatius-Hospital in Lingen behilflich gewesen. „Die Planung bedeutete eine große Herausforderung, der wir uns aber auf jeden Fall stellen wollten. Für uns als AMZ ist es eine Herzensangelegenheit“, sagt Marion Matthäus, Administrative Leiterin der Arbeitsmedizinischen Zentren. Das selbst gesteckte Ziel lautete: Kapazitäten schaffen für 2500 Impfungen pro Woche.

Sowohl am AMZ-Standort im Nordhorner NINO-Hochbau als auch vor Ort bei insgesamt sieben Unternehmen wurden Impfstrecken eingerichtet. AMZ-Geschäftsführerin Jutta Lübbert bedankt sich diesbezüglich bei den Betrieben für die gute Zusammenarbeit. „Das hat super geklappt“, stellt sie rückblickend fest. Zum Teil konnten bei den Unternehmen sogar Beschäftigte anderer Firmen ihre Impfung erhalten. Auch mit den Leitern der Impfzentren in den Landkreisen Emsland und Grafschaft stehe man in gutem Austausch. So habe man zuvor etwa einen Blick hinter die Kulissen der Impfzentren werfen dürfen.

Lübbert unterstreicht, seitens der AMZ sei die Impfaktion nicht unter wirtschaftlichen Ge-sichtspunkten betrachtet worden, zumal man bis dato ohne verbindliche finanzielle Zusage in Vorleistung gehe. Vielmehr gehe es darum, eine gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen, für die die AMZ einen sinnvollen Beitrag leisten könnten. Trotz aller Schwierigkeiten ist Lübbert deshalb überzeugt: „Wir würden es jederzeit wieder machen.“ Sie dankt in diesem Zusammenhang auch den festen und temporären AMZ-Mitarbeitenden: „Alle haben eine hohe intrinsische Motivation“, erklärt Jutta Lübbert – und auch bei den Impfkandidaten herrsche eine gute Stimmung: „Sie freuen sich, dass sie einen Termin bekommen haben. Manch einer ist sogar aus seinem Urlaub zur Impfung gekommen.“

Albert Stegemann zeigte sich beeindruckt ob des Engagements: „Man hat hier die Verantwortung erkannt und selbstlos gehandelt, ohne finanzielle Interessen in den Fokus zu rücken.“ Mit Blick auf Impfgegner und -skeptiker hofft der Politiker, dass auch weiterhin genügend Menschen das Angebot annehmen: „Eine Impfquote von 80 Prozent muss das Ziel sein, bevor das Wetter im Herbst wieder schlechter wird“, so Stegemann. „Natürlich können nach einer Impfung Nebenwirkungen auftreten, aber das Risiko schlimmer Folgen ist bei einer Corona-Infektion wesentlich höher.“ Er mahnt: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei – und das Impfen ist die einzig nachhaltige Strategie.“

Am Ende des Besuchs formulierte Jutta Lübbert den Wunsch an die Politik, eine intensive Nachbetrachtung des Krisenmanagements auf Bundesebene anzustellen, um auf zukünftige globale Gesundheitsbedrohungen besser vorbereitet zu sein. Sie regte an, Betriebsärzte gleich zu Beginn einer Pandemie strukturell in das Krisenmanagement einzubinden. Da sie häufig dicht an den Hotspots dran seien, könnten sie einen wertvollen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.